ISEK

Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzepte

In vielen Kommunen ist eine integrierte Stadtentwicklungsplanung bereits bewährte Praxis. Vor allem integrierte städtebauliche Entwicklungskonzepte (ISEK) haben sich aufgrund ihres hohen Gebietsbezuges als geeignetes Mittel zur Umsetzung integrierter Ziele und Maßnahmen erwiesen. Ein ISEK schafft konkrete, langfristig wirksame und vor allem lokal abgestimmte Lösungen für eine Vielzahl von Herausforderungen und Aufgabengebieten wie zum Beispiel städtebauliche, funktionale oder  sozialräumliche Defizite und Anpassungserfordernisse. Ein ISEK zeigt diese Problembereiche für einen konkreten Teilraum auf und bearbeitet sie ergebnisorientiert. Dabei berücksichtigt es regionale und  gesamtstädtische Rahmenbedingungen. Nach der Verwaltungsvereinbarung Städtebauförderung ist die Erstellung eines ISEK Fördergrundlage für sämtliche Programme der Städtebauförderung. ISEK sind damit ein zentrales Element der Städtebauförderung und für kommunale Akteure ein unverzichtbarer Teil ihres beruflichen Alltags.

 

Der Gemeinderat hat sich im März 2020 entschieden, ein ISEK für das ganze Gemeindegebiet erstellen zu lassen, die Vergabe des Auftrages erfolgte nach Zustimmung der Regierung von Oberfranken an die Kooperation aus den Planungsbüros Planwerk Stadtentwicklung (Nürnberg), BFS+ (Bamberg) und Team 4 (Nürnberg).

Hier erfahren Sie alles Wesentliche zum ISEK Obertrubach:

Online-Beteiligung (bis 31.05.2021)

Im Rahmen des ISEK stellt sich die Frage, wie sich die Gemeinde in den nächsten Jahren weiter entwickeln sollte. Dazu werden vielfältige Themen beleuchtet und in Zusammenhang gebracht, um Ziele, Strategien und Maßnahmen für die nächsten 10 bis 15 Jahre zu entwickeln.

Da verschiedenste Informationen benötigt werden und die Bevölkerung und Akteure ihre Gemeinde am besten kennen, findet eine umfangreiche Beteiligung statt. Nach der gut besuchten digitalen Auftaktveranstaltung Mitte April folgten bis Ende Mai die nächsten zwei Bausteine: Eine Online-Befragung sowie das Web-Mapping.

Die  Online-Befragung bezog sich auf die gesamte Gemeinde Obertrubach und erfolgte anonym. Wer über keinen Internetzugang verfügte, konnte den Fragebogen im Rathaus der Gemeinde Obertrubach in Papierform erhalten und dort auch ausgefüllt wieder abgeben.

Zur Online-Befragung: http://umfrage.planwerk.de/s/ISEKObertrubach

Darüber hinaus konnten die Bürgerinnen und Bürger ihre Meinungen, Anmerkungen sowie Anregungen und Ideen für die Gemeinde Obertrubach zu verschiedenen Themen der Ortsentwicklung in einer digitalen, interaktiven Karte (Web-Mapping) eintragen. So konnte es z. B. um die Siedlungsentwicklung, um Natur und Landschaft, um Tourismus und Naherholung, das Thema Mobilität, Verkehr, die Bildung und Soziales, die Versorgung mit Dingen des täglichen Bedarfs und weitere Themen gehen. Es konnten auch bereits von anderen Personen gemachte Einträge kommentiert oder mit Zustimmung oder Ablehnung versehen werden. Die Einträge wurden anonym und ohne persönliche Daten veröffentlicht.

Zur interaktiven Karte (Web-Mapping): www.jetzt-mitmachen.de/ISEKObertrubach

Alle Bürgerinnen und Bürger waren herzlich eingeladen, die Erstellung des Entwicklungskonzepts zu unterstützen und sowohl an der Online-Befragung teilzunehmen als auch ihre Meinungen, Anmerkungen, Anregungen und Ideen in der bereitgestellten Karte einzutragen. Die Teilnahme an der Online-Befragung sowie am Web-Mapping war jeweils bis 31.05.2021 möglich.

Ortsspaziergänge am 09. und 16.07.2021

Das Planungsteam aus den Büros Planwerk Stadtentwicklung, BFS+ und TEAM 4 hat bereits die Gemeinde mit ihren Ortsteilen genauer unter die Lupe genommen und wichtige Themen analysiert. Auch die Bewohnerinnen und Bewohner haben in einer digitalen Auftaktveranstaltung, in einer Online-Befragung und Web-Mapping (interaktive Karte) wichtige Hinweise zu Problemen und Entwicklungspotenzialen gegeben. Zudem begleiten der Gemeinderat und eine Lenkungsgruppe die Erarbeitung des Entwicklungskonzepts.

Im Juli 2021 folgten nun Ortsspaziergänge durch den Hauptort Obertrubach sowie durch die Ortsteile Bärnfels und Geschwand. Dabei konnten die Bewohnerinnen und Bewohner mit dem Planungsteam ins Gespräch kommen und vor Ort zeigen, was gut ist, was verbessert werden sollte oder was sich in den nächsten Jahren entwickeln sollte.

Die Dokumentation der Ortsspaziergänge finden Sie hier: ISEK-Ortsspaziergänge am 09. und 16.07.2021

Expertenrunden am 12.07.2021

Aufbauend auf den bisherigen Analysen des Planungsteams aus den Büros Planwerk Stadtentwicklung, BFS+ und TEAM 4 und den Eingaben der Bürgerschaft aus der Online-Befragung und dem Web-Mapping waren nun die örtlichen Experten – also fach- und sachkundige Bürgerinnen und Bürger – aufgerufen, Probleme, Ansichten und Lösungsideen zu den drei Themenfeldern „Ehrenamt, Kultur, Vereins- und Jugendarbeit“, „Infrastruktur und Versorgung für Naherholung und Tourismus usw.“ und „Wirtschaftsstandort Gemeinde Obertrubach“ in Foren zu diskutieren.

Die Dokumentation der Expertenrunden finden Sie hier: ISEK-Expertenrunden am 12.07.2021

ISEK-Bürger-Workshop am 02.11.2021

 

Am Dienstag, den 02.11.2021 fand im Bildungshaus Obertrubach ein Bürger-Workshop im Rahmen der Erstellung des ISEK für die Gemeinde Obertrubach statt. Dies war für die Bevölkerung nach den bisherigen Veranstaltungen und Möglichkeiten zur Beteiligung, wie digitaler Auftaktveranstaltung, Online-Befragung und Web-Mapping (interaktive Karte) sowie Ortsspaziergängen, der abschließende Beteiligungsbaustein.

 

Nach einer kurzen allgemeinen Einführung durch Bürgermeister Markus Grüner (CSU) stellte Gunter Schramm vom Büro Planwerk Stadtentwicklung Ergebnisse aus der im Mai durchgeführten Online-Beteiligung mit den beiden Bausteinen Online-Befragung sowie Web-Mapping (interaktive Karte) vor. An der Online-Befragung haben sich insgesamt 180 Personen aus allen Ortsteilen der Gemeinde beteiligt, etwas überproportional aus dem Hauptort Obertrubach. Rund zwei Drittel der Befragten leben sehr gern in der Gemeinde Obertrubach. Bei einer Beurteilung der Gemeinde anhand von Gegensatzpaaren liegen gute Mittelwerte bei „sympathisch“, „heimelig“, „grün“ und „sozial“. Eher negativ wird die Gemeinde als „statisch“ „entlegen“ sowie „altmodisch“ gesehen. Klar an der Spitze wird die Natur, Landschaft, Umgebung als große Stärke der Gemeinde Obertrubach genannt, gefolgt von der guten Gemeinschaft bzw. der Dörflichkeit. Dagegen fallen die Nennungen der Schwächen deutlich breiter aus – z. B. werden fehlende Radwege genannt oder auch der ungenügende öffentliche Nahverkehr. Vermisst werden besonders eine Kneipe, Eisdiele, Bistro oder andere Gastronomie. Im Web-Mapping sind im Verlauf des Monats Mai 120 Einträge zu sechs verschiedenen Kategorien abgegeben worden sowie 98 Kommentare dazu. Im Juni konnten die Einträge nur noch angesehen werden; es sind in beiden Monaten insgesamt rund 1.200 Besuche des Web-Mappings erfolgt. In den Einträgen schlägt die Bevölkerung z. B. Dorfplätze oder Dorfzentren für verschiedene Ortsteile vor, Bauplätze, eine Aufwertung des Kletterinfozentrums (KIZ), Wanderparkplätze, Radwege und vieles mehr.

Nach der Vorstellung wurden im Bürger-Workshop in vier Gruppen engagiert konkrete Themen und Projektideen diskutiert, entwickelt und vertieft. Zur Gestaltung des Rathausumfeldes werden z. B. für den Park bzw. die Grünfläche neben dem Rathaus Spielgeräte für Kinder, Holzliegen, ein Pavillon sowie eine Gestaltung des Hangs bzw. Terrassierung vorgeschlagen. Auch für eine Aufwertung des Kletterinfozentrums (KIZ) gibt es verschiedene Ideen, wie etwa einen größeren Kletterfelsen in Ergänzung zum vorhandenen kleinen Felsen, Ruhebänke und Tische, eine Erweiterung des Spielplatzes, eine Boulderwand usw., außerdem die Aufwertung des Kneippbeckens durch einen Pavillon, Sichtschutz, Gestaltung des Wasserlaufes.

Zum Thema Ehrenamt, Jugend, Familie, Senioren werden u. a. Räumlichkeiten für sämtliche Vereine in Obertrubach mit gemeinsamem Lagerraum, Räumen für Veranstaltungen, Treffpunkt für die Jugend usw. vorgeschlagen sowie ein Gesundheits- und Seniorenservicezentrum. Im Thema Tourismus(lenkung), Wirtschaft beziehen sich die Vorschläge z. B. auf die Gründung eines interkommunalen Zweckverbandes für Tourismus und Wirtschaftsförderung, auf Radwege, die Ausweisung von Wohnmobil-Stellplätzen, eine Kletterhalle oder die Ausweisung eines Gewerbegebietes.